Korrosion

Abtragende Flächenkorrosion

Der Begriff abtragende Flächenkorrosion beschreibt einen gleichmäßigen Abtrag von über 0,1mm/Jahr. Liegt die Abtragungsrate darunter, geht man von ausreichender Flächenkorrosions-Beständigkeit aus. Diese Korrosionsform kann bei nichtrostenden Stählen nur in Säuren und starken Laugen auftreten.

  

Loch- oder Lochfraßkorrosion (Pitting)

Wird die schützende Passivschicht örtlich durchbrochen, kann Lochkorrosion auftreten. Wenn sich Chloridionen (besonders bei erhöhten Temperaturen z.B. bei Bränden) anlagern, können an diesen Stellen häufig nur Stecknadelkopf große Löcher entstehen. Ablagerungen, Fremdrost, Schlackenreste, etc. verstärken die Lochkorrosion.

  

Spaltkorrosion

Die Entstehung von Spaltkorrosion setzt das Vorhandensein von Spalten voraus. Diese können durch die Konstruktion vorgegeben sein oder auch betriebsbedingt z.B. durch Ablagerungen entstehen.

Selbst nichtrostende Stähle können in Spalten korrodieren, wenn dort kein Sauerstoff zur Ausbildung der schützenden Oxidschicht vorhanden ist.

  

Spannungsrisskorrosion

Bei dieser Korrosionsart entstehen Risse, die bei nichtrostenden Stählen im Allgemeinen transkristallin und senkrecht zur Richtung der Zugspannung verlaufen.

Nur wenn folgende Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind, ist Spannungsrisskorrosion möglich:

  1. die Oberfläche des Bauteils steht unter Zugspannungen,
  2. Vorhandensein eines spezifisch wirkenden Mediums (z.B. Chloridionen)
  3. Der Werkstoffs neigt zur Spannungsrisskorrosion

 

Schwingungsrisskorrosion

Schwingungsrisskorrosion ist die transkristalline Rissbildung in Werkstoffen unter dem Einfluss von Schwingungen. Diese Korrosion hängt von der Beanspruchung ab (Wechsel- oder Umlaufbiegebeanspruchung, Drehschwingungen, etc.), tritt plötzlich auf und ist häufig äußerlich nicht sichtbar.

Einfluss auf Stärke und Ausmaß der Korrosion haben Höhe und Frequenz der Belastung, Werkstoffzusammensetzung, Gefüge- und Oberflächenzustand des Werkstoffes, Oberflächenbehandlung des Bauteils sowie das Korrosionsmedium (z.B. Salze, Gase enthaltende Flüssigkeiten, etc.), das den Bauteil umgibt.

  

Interkristalline Korrosion

Die interkristalline Korrosion stellt heute bei geeigneter Werkstoffwahl kein Problem mehr dar.

Diese Korrosionsform kann bei Stählen unter spezifischer Wärmeeinwirkung stattfinden, wenn Chromcarbide an den Korngrenzen ausgeschieden werden.  Durch Absenken des Kohlenstoffgehalts oder durch Kohlenstoffabbindung mit Titan oder Niob kann das bei austenitischen Stählen verhindert werden. Bei ferritischen Stählen wird die Korrosionsbeständigkeit durch stabilisierende Glühung (750 — 800° C) erlangt.

  

Kontaktkorrosion

Treten unterschiedliche Werkstoffe miteinander in Kontakt und werden einem Elektrolyten ausgesetzt, kann Kontaktkorrosion entstehen.

Der weniger edle Werkstoff (Anode) wird an der Kontaktstelle angegriffen und beginnt sich zu lösen. Der edlere Werkstoff (Kathode) wird nicht angegriffen. Nichtrostenden Stähle sind gegenüber vielen anderen metallischen Werkstoffen, wie unlegierten und niedriglegierten Stählen sowie Aluminium, die edleren Werkstoffe.

 
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